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Die Zukunft der Zusammenarbeit definieren: Die Antwort auf das „Wie“ ist das „Warum“.

Vor der Corona-Krise war der Rahmen, in dem eine neue, auf New Work Prinzipien basierende Arbeitswelt entstehen sollte, meist bereits abgesteckt. Nach einer Analyse der Bedürfnisse und Anforderungen der Mitarbeitenden und einer Untersuchung der bestehenden oder neu angemieteten Flächen auf Machbarkeiten, konnte ein maßgeschneidertes Arbeitsplatzkonzept entwickelt, realisiert und begleitet werden.

Eineinhalb Jahre später, müssen nun ganz grundsätzliche Fragestellungen noch einmal neu durchdacht und beantwortet werden, um die Zukunft der Zusammenarbeit zu definieren. Denn im Zusammenhang mit der, inzwischen in vielen Unternehmen eingeführten hybriden Arbeitsweise, stellen sich Fragen, wie:

  • Wenn ein Großteil der Mitarbeitenden im Home-Office arbeitet, benötigen wir dann noch die gesamte Bürofläche?
  • Können und wollen wir unter den neuen Voraussetzungen an unserem aktuellen Standort bleiben?
  • Welche Funktionen übernimmt unser Büro in Zukunft und wie können wir dies räumlich abbilden?
  • Ist das zentrale Büro noch sinnvoll oder sollten wir auf Satellitenbüros oder die Option von Co-Working-Spaces in Erwägung ziehen?

Visionsentwicklung: Ein starkes Leitbild bietet Mitarbeitenden für die Zukunft der Zusammenarbeit Orientierung

Neben den räumlichen Aspekten beschäftigt Unternehmen aktuell aber auch die Frage, wie in der hybriden Arbeitswelt Zusammenarbeit erfolgreich gestaltet werden kann. Schließlich haben sich die Grundvoraussetzungen bedeutend verändert, da nicht mehr alle Mitarbeitenden an einem zentralen Ort arbeiten. Es sollte also ein genauer Blick auf wichtige Aspekte wie Führung, Identifikation, Produktivität oder die Stärkung des Wir-Gefühls geworfen werden:

  • Wie führe ich ein Team, das nicht mehr physisch anwesend ist?
  • Welche neuen Routinen brauchen wir für die neue Art der Zusammenarbeit?
  • Wie bleiben wir produktiv und innovativ, auch wenn sich unsere Form der Zusammenarbeit durch Home-Office verändert?
  • Wie organisiere ich mich in meinem Alltag, wenn ich keine Struktur mehr durch den Alltag im Büro vorgegeben bekomme?
  • Wie können wir trotz der physischen Distanz ein Teamgefühl fördern?
  • Was kann die Identifikation mit Unternehmen und Teams aufrechterhalten, wenn wir uns nicht mehr so regelmäßig sehen?

Standardisierte Antworten auf diese Fragen sollten Unternehmen aber nicht suchen – denn jedes Unternehmen muss eigene, individuelle Antworten und Lösungen finden, um die Zukunft der Zusammenarbeit für sich zu definieren. Als Prozessbegleiter unterstützen wir unsere Kunden auf diesem Weg und befähigen sie ihre zukünftige Arbeitswelt selbst zu definieren und zu gestalten. Dabei ist es uns wichtig, dass die einzigartige Identität und die Werte des Unternehmens Grundlage des Veränderungsprozesses darstellen. Unserer Erfahrung nach werden einschneidende Veränderungen nur durch diese holistische Herangehensweise vom Team verstanden, mitgetragen und die Identifikation aufrechterhalten.

„Die Ermittlung des gemeinsamen „Warum?“ mit den Geschäftsführenden und Projektverantwortlichen stellt einen zentralen Schritt im Veränderungsprozess dar. Genauer gesagt, die Entwicklung eines greifbaren Leitbildes, welches den Mitarbeitenden Orientierung und Sinn im täglichen Tun und Miteinander gibt.“

– Chiara Polverini, Head of New Work Culture bei workingwell

Dabei durchlaufen wir im Rahmen unseres Visionsworkshops mit den Verantwortlichen zwei wesentliche Schritte:

1. Ermittlung des Visions-Leitsatzes:

Die Teilnehmenden erarbeiten – mit unterstützenden Bildern und Begriffen – gemeinsam ihre wichtigsten Werte und Erfolgsfaktoren für die neue Arbeitswelt und formulieren in einem Satz die Quintessenz ihres zukünftigen Arbeitserlebnisses. Dieser kurze und prägnante Satz dient dann als „Nordstern“ und gibt den gemeinsamen Weg vor.

2. Definition von Leitplanken: 

Im zweiten Schritt identifizieren wir gemeinsam unterschiedliche Themenfelder, anhand derer die Mitarbeitenden erkennen und festmachen können, dass das anvisierte Arbeitserlebnis auch wirklich stattfindet. Wenn die Vision beispielsweise „Spaß, Transparenz und Innovation“ in den Fokus stellt – wäre zu überlegen, wie diese Merkmale berücksichtigt bzw. zum Leben erweckt werden können? Natürlich sollte dies auf allen Ebenen von Kultur, Raum, Technologie und auch im Bereich der Serviceleistungen Berücksichtigung finden. Final stellt sich dann die Frage: Wo steht das Unternehmen jetzt und welche Schritte müssen gegangen werden, um den Zielzustand zu erreichen.

Zukunft der Zusammenarbeit: Warum ist eine sinnstiftende Tätigkeit für Mitarbeitende wichtiger denn je?

Das Streben nach Sinnhaftigkeit ist ein gesellschaftliches Phänomen, welches sich besonders in den jungen Generationen Y und Z finden lässt, sich aber sehr unterschiedlich ausdrücken kann. So kann sinnhaftes Arbeiten für den einen eine sozial motivierte Tätigkeit bedeuten oder das Arbeiten an einer großen weltverändernden Innovation, während es sich bei einem anderen in selbstbestimmtem Handeln und Eigenverantwortung ausdrückt.

Die Corona-Krise hat dieses Bedürfnis nach Sinnhaftigkeit noch einmal verstärkt – denn das Mindset vieler Menschen hat sich in den letzten eineinhalb Jahren stark verändert. Neue Freiheiten im Job standen Einschränkungen im privaten Leben gegenüber. Verantwortung füreinander, soziales Denken und auch die Zerbrechlichkeit unseres gewohnten Lebens rückte den „Sinn“ noch stärker in den Fokus und führte bei vielen zu einer Neusortierung ihrer Haltung zur Arbeit. So wird sinnstiftende Arbeit zu einem wichtigen Kriterium, das positive Energie erzeugt und Resilienz aufbauen kann.

Das Gefühl, Teil einer Gesellschaft zu sein, die dazu beiträgt die Welt zu einem besseren Ort zu machen – das ist für viele junge Talente bereits ein wichtiges Entscheidungskriterium bei der Wahl ihres Arbeitgebers. Unternehmen, die ihren Mitarbeitenden darüber hinaus die Möglichkeit bieten weitestgehend frei und selbstbestimmt handeln und entscheiden zu können, zeigen Vertrauen und Wertschätzung – was sich wiederum in Motivation und Produktivität der Mitarbeitenden auszahlt.

So lässt sich mit der Visionsentwicklung schon frühzeitig sichtbar machen, wie dem Wunsch nach sinnstiftender Arbeit nachgekommen werden kann. Darüber hinaus kann ein klares Leitbild die wichtige Frage nach dem „Warum“ für viele Mitarbeitende beantworten und Unternehmen Aufschluss über das „Wie“ geben.

Da sich die Arbeitswelt in einem stetigen Wandel befindet, die Zukunft aktuell noch ungewiss ist und viel Flexibilität erfordert, ist eine klare Vision zur eigenen Arbeitswelt für jedes zukunftsorientierte Unternehmen essenziell.

Was ist der Nutzen einer professionellen Prozessbegleitung bei der Visionsentwicklung?

Maßgeschneiderte Prozessbegleitung und gezielte Trainings- und Coachingimpulse, befähigen Geschäftsleitung, Führungskräfte und Mitarbeitende dabei, in der neuen Arbeitswelt nutzen- und zielorientiert zu arbeiten, zu führen und zu motivieren. Auf dem Weg dorthin fungieren unsere Expert:innen als Richtungsmesser, die durch enge Kommunikation mit den Interessensgruppen, den Kurs jederzeit erfolgskritisch korrigieren oder ändern können. Damit Unternehmensentscheidungen von allen Mitarbeitenden mitgetragen werden, ist es essenziell diese möglichst früh in den Veränderungsprozess miteinzubeziehen, um sie anzuhören, ihren Bedenken Raum zu geben und ihnen somit mögliche Ängste zu nehmen. Dieser zentrale Schritt kann dazu beitragen, dass Mitarbeitende zu treibenden Kräften im Veränderungsprozess werden und das Projekt mit ihrer Begeisterung positiv voranbringen. In diesem Sinne werden unsere Maßnahmen auf die Unternehmensstrategie und Bedürfnisse unserer Kunden abgestimmt und ermöglichen, diese für Mitarbeitende noch greifbarer und erlebbarer zu machen.